Krieche tief in den Kaninchenbau!
Der Pfad des Erwachens
Ein Traumzeitkrieger ist eine Mischung aus einem verwundeten Heiler oder Schamanen, einem spirituellen Krieger und Mystiker, einem modernen Alchemisten und einem gottverliebten Devotee. Er wird sich der traumartigen Natur der Realität bewusst und befindet sich im Prozess des Erwachens zum Selbst. Traumzeitkrieger bereisen die Welt der Psyche und folgen dem archetypischen Pfad zum mystischen Selbst. Der Traumzeitkrieger steckt in jedem von uns – er vereint die wesentlichen archetypischen Aspekte des Erwachens.
Dem Ruf folgen
Oft werden Traumzeitkrieger krank oder erleben untragbare Schicksalsschläge, die sie alternativlos auf den Pfad zwingen. Carl Gustav Jung schreibt: Der “scheinbar unerträgliche Konflikt“, den Du innerlich durchlebst, ist “ein Beweis für die Richtigkeit deines Lebens.“ — C.G. Jung, Briefe 1
Der Pfad führt häufig durch Dunkelheit in die Höhle des Widersachers. Sie müssen dem Ruf folgen, sonst entzieht ihnen die Psyche jegliche Energie. Die Seele verlangt von ihnen, etwas in die Welt zu gebären. Dies erscheint zunächst untragbar und unmöglich. Gesellschaftliche Anlaufstellen sind hilf- und ratlos. Nur diejenigen, die selbst den Pfad kennen, können verstehen und helfen.
“Walking the path is different from knowing the path.” – Morpheus, The Matrix
Der große Widersacher und Verhinderer (Wetiko) auf dem Pfad erfüllt die Rolle des Schwellenhüters und Herausforderers. Für den transformativen Prozess – vom separierten Ego zum wahren Selbst – muss man über sich hinauswachsen. Dafür braucht es einen starken Widersacher, der sich auf dem Pfad mit uns zum Verbündeten oder Geistführer wandelt.
Traum oder Trauma?
Auch das Trauma steckt im Begriff Traumzeitkrieger und deutet auf die Wunde des Helden hin, durch die das Licht eintritt. Auf der Traumzeitreise wird aus der eiternden Wunde, durch die der Widersacher unkontrolliert ins Königreich des Helden eindringt, ein gesichertes Portal oder Mandala. Dadurch kann der entwickelte Traumzeitkrieger den Schwellenhüter passieren und in die Unterwelt reisen. Die Wunde wird zum Wunder!
Im Traum erwachen!
Der indische Vedanta lehrt: Maya ist der Traum Brahmans – die Welt ist nur eine Erscheinung des träumenden Bewusstseins und rät zum Erwachen. Wir haben vergessen, wer wir sind, und identifizieren uns mit der erträumten Figur im Traum. Solange wir nicht die absolute von der relativen Realität unterscheiden lernen, erzeugen wir Leiden:
Seil oder Schlange?
Ein Wanderer geht in der Dämmerung.
Sein Blick fällt auf ein langes, gewundenes Etwas auf dem Boden.
Für einen Moment stockt sein Herz: „Eine Schlange!“
Die Angst kriecht ihm den Rücken hoch, die Hände zittern, er weicht zurück.
Doch als das Licht stärker wird, weicht die Furcht, und er sieht klar:
Es war niemals eine Schlange.
Nur ein schlichtes, ruhiges Seil lag da, unverändert, still.
Die Schlange war nur ein Schatten seines eigenen Nichtwissens;
das Seil selbst war immer da, unverrückt, unverändert, wahr.